Sehnenscheidenentzündung

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Unter einer Sehnenscheidenentzündung wird eine mechanische Irritation verstanden, die durch eine dauernde Überbeanspruchung entsteht. Wird die Sehne durch wiederkehrende Bewegungen belastet, entwickeln sich durch Reibung an den besonders beanspruchten Sehnenabschnitten kleine Verletzungen. Die Folge ist eine lokale Entzündung.

Am häufigsten treten Sehnenscheidenentzündungen in den Handgelenken auf. Möglich ist die Erkrankung jedoch auch an jeder anderen Sehne, die in einer Sehnenscheide läuft.

Eine derartige Erkrankung kann sehr schmerzhaft und hartnäckig sein. Betroffene werden feststellen, dass sie sich nur sehr langsam bessert. Besonders Sekretärinnen leiden oft an dieser Berufskrankheit, die nicht selten Ursache für längere Arbeitsunfähigkeit ist, da in manchen Fällen eine Krankschreibung bis zu mehreren Wochen nötig ist.
 
 

Symptome

Erste Symptome, welche auf eine Sehnenscheidenentzündung hindeuten, sind ziehende Schmerzen im Bereich der beanspruchten Sehne. Diese können anfangs bei Bewegung, später auch im Ruhezustand auftreten. Auch Erwärmung, Schwellung oder Rötung des betroffenen Bereichs, sind genauso wie Druckschmerz und hörbar knirschende Geräusche Begleiterscheinungen dieser Erkrankung.
 
 

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist das gleichmäßige Abnutzen der Innenseite der Sehnenscheide. Dies geschieht durch einseitige Belastung, zum Beispiel am Computer.

Muskeln werden durch Sehnen mit den Gelenken und Knochen verbunden. Sie bewegen sich an besonders belasteten Stellen in Sehnenscheiden. Das sind schlauchartige, mit einer schleimigen Flüssigkeit gefüllte Umhüllungen der Sehnen. Bei Überbelastung und dadurch hervorgerufenen kleinen Verletzungen, wird die Innenseite der Sehnenscheide rau. Die darauf folgende Reaktion ist eine lokale Entzündung. Die Ursache kann aber auch in einer entzündlichen Gelenkerkrankung liegen.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Bei ersten ziehenden Schmerzen im Unterarm sollten Personen, die auf Grund einer beruflichen oder auch privaten Tätigkeit häufig gleiche Bewegungen machen, an eine Sehnenscheidenentzündung denken. Verschlimmern sich die Symptome, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann eine Behandlung einleiten, um die Entzündung einzudämmen und der schlimmsten Folge, der Berufsunfähigkeit, entgegenzutreten.
 
 

Diagnose

Eine Diagnose stellt der Arzt anhand der Symptome und dem Bericht des Patienten. Er wird sich die Schmerzen verursachenden Bewegungen ansehen und die empfindliche Stelle abtasten. Außerdem kann bei Bewegung ein knirschendes Geräusch hörbar sein, was kaum noch Zweifel an einer Sehnenscheidenentzündung offen lässt.

Ist der Befund jedoch unklar, kann ergänzend eine Röntgenuntersuchung oder eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, die eine Entzündung endgültig nachweisen kann.
 
 

Behandlung

Bei einer Erkrankung wie der Sehnenscheidenentzündung ist eine frühzeitige Entlastung des Armes besonders wichtig. Diese kann durch spezielle Schienen oder Verbände erfolgen. Auch entzündungshemmende Salben können den Betroffenen Linderung verschaffen.

Bei starken Schmerzen kann die Einnahme von Schmerzmitteln oder Kortisonpräparaten sinnvoll sein. Auch das direkte Einbringen eines entzündungshemmenden Arzneimittels unter die Haut, mittels elektrischem Strom, wird des Öfteren angewandt. Die moderne Schmerztherapie verfügt über verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel der Nervenblockade. Bei ihr wird das Armnervengeflecht betäubt, was die Schmerzreizleitung hemmt. Die Blutgefäße erweitern sich, was der entzündlichen Erkrankung entgegenwirkt.

Auch eine Operation kann im Verlauf dieser Entzündung helfen. Der Operateur spaltet dabei die verengten Sehnenscheiden, was in vielen Fällen zu einem guten Ergebnis führt.
 
 

Komplikationen

In manchen Fällen kann Patienten bei einer chronischen Verlaufsform der Sehnenscheidenentzündung nicht geholfen werden. Sie gehört auf Grund des nachgewiesenen Zusammenhanges zwischen beruflicher Tätigkeit und Krankheit zu den anerkannten Berufskrankheiten.

Bestehen die Schmerzen durch die Sehnenscheidenentzündungen seit längerer Zeit, sollte einer körperlichen Therapie eine psychotherapeutische folgen, um den Patienten ausreichend und unterstützend zu betreuen.
 
 

Prävention

Betroffene sollten immer gleiche Bewegungen vermeiden. Schreibtischtätige sollten zu diesem Zweck auf eine bestmögliche Einrichtung des Arbeitsplatzes in Bezug auf Sitzhöhe, Tischhöhe und –breite achten. Während der Arbeit sollten Patienten außerdem kurze Pausen einlegen.

Ein Polster vor der Tastatur vermindert den Druck auf das Handgelenk ebenso, wie ein Kippen der Tastatur nach vorne, da eine gerade Haltung der Hände von Vorteil ist.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Zunächst sollten Sie bei einer bestehenden Sehnenscheidenentzündung darauf achten, die betroffene Region zu schonen und ruhig zu stellen. Dies kann mit Hilfe eines Verbandes, einer Bandage oder einer Armschlinge erfolgen.

Anfangs sollten Sie die Entzündung kühlen (mit Kältekompressen aus der Apotheke). Ist die Entzündung abgeklungen, helfen Wärmeanwendungen in Form von Salbe, Bad oder Pflaster.