Syphilis

Was ist Syphilis?

Unter Syphilis wird eine sexuell übertragbare Geschlechtskrankheit verstanden. Diese wird in der Fachsprache „Lues venerea“ genannt, was soviel wie „Liebesseuche“ bedeutet. Die Übertragung der Erkrankung erfolgt in den meisten Fällen unmittelbar beim Geschlechtsverkehr, also auch durch Übertragung auf dem Blutweg (Transfusion oder Verletzung). Eine angeborene Syphilis wird von der Mutter über die Plazenta an das Kind übertragen.

In den letzten drei Jahren hat die Zahl der Erkrankungen weltweit zugenommen, nachdem die Syphilis als fast ausgestorben galt. Das ist hauptsächlich auf Infektionen bei homosexuellen Männern zurückzuführen. Durch einen ansteigenden Verzicht auf geschützten Geschlechtsverkehr, breiten sich sexuell übertragbare Erkrankungen rasch aus.

Das Infektionsschutzgesetz legt eine Meldepflicht bei einem direkten oder indirekten Nachweis des Erregers fest. Diese erfolgt jedoch unter Wahrung der Anonymität.
 
 

Symptome

Normalerweise zeigen sich vier Stadien einer Syphilis, welche durch eine Behandlung gemildert werden können. Die beiden ersten Stadien werden als Früh-, die beiden letzten als Spätsyphilis bezeichnet.

Im ersten Stadium der Erkrankung erscheint ungefähr vier Wochen nach der Ansteckung an der Stelle der Infektion (Penis, Schamlippen, Scheide, Mund, Rachen, Enddarm) ein schmerzloses, gerötetes und nässendes Geschwür, das äußerst ansteckend ist. Meist schwellen die umliegenden Lymphknoten an.

Während des zweiten Stadiums machen sich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar. Alle Lymphknoten des Körpers sind angeschwollen, es zeigt sich ein Hautausschlag, der oftmals nässend ist.

Danach kommt es in vielen Fällen zu einem vorübergehendem Stillstand der Syphilis, die nach mehreren Monaten oder Jahren wieder ausbrechen kann und dann zum Spätstadium der Krankheit führt. Nun haben sich die Erreger bereits im ganzen Körper ausgebreitet. Es bilden sich an den Organen Knoten, die sich verhärten.

Das vierte Stadium der Krankheit äußert sich ungefähr zehn bis zwanzig Jahre nach dem Ausbruch der Syphilis. Hirnentzündungen, Schädigungen der Rückenmarksnerven, Kontrollverlust von Blase und Darm, Geistesschwachsinn und Lähmungen sind dabei keine Seltenheit. Diesen schweren Verlauf nimmt die Erkrankung jedoch nur ohne eine ausreichende Behandlung.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit), beträgt zwischen neun und 90 Tagen.
 
 

Ursachen

Die Übertragung der Syphilis erfolgt über ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Erreger dringen dabei von einem bestehendem Geschwür eines bereits Erkrankten in den Körper des Sexualpartners. In Ländern, in denen die Krankheit sehr verbreitet ist (zum Beispiel der Ostblock), sollte Geschlechtsverkehr mir wechselnden Partner vermieden werden.

Grundsätzlich ist der Eintritt des Erregers an jeder Stelle möglich, an der sich ein Hautriss befindet. Ein hohes Risiko besteht auch bei einem gemeinsamen Gebrauch von Spritzbestecken bei Drogenabhängigen.

Schwangere Frauen, die unter Syphilis leiden, können ihr Kind über den Blutweg anstecken, was meist zu einer Fehlgeburt oder Missbildungen führt.

Viele Menschen sind der Annahme, dass eine Ansteckung über Toilettenbrillen, Schwimmbäder oder gemeinsam benutztes Besteck erfolgen kann. Die ist jedoch falsch.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Es ist wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie vermuten, sich angesteckt zu haben oder bereits erste Anzeichen der Krankheit verspüren. Dazu gehören schmerzlose Geschwüre, grippeähnliche Beschwerden oder geschwollene Lymphknoten.

Wenn Sie oft Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern haben, ist es ratsam, regelmäßig prophylaktisch einen Arzt aufzusuchen und sich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen.
 
 

Diagnose

Zunächst führt der Arzt ein ausführliches Gespräch, bevor eine körperliche Untersuchung erfolgt, wobei andere mögliche Geschlechtskrankheiten ausgeschlossen werden können.

Im Anfangsstadium der Erkrankung werden Erreger mittels eines Abstriches unmittelbar unter dem Mikroskop nachgewiesen. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung erfolgt ein Antikörpernachweis im Blut.

Des Weiteren werden Schwangere gründlich überwacht und auf Syphilis untersucht. Auf Grund dieser Tatsache ist eine angeborene Form der Erkrankung heutzutage selten.

Leiden Patienten unter AIDS, ist eine Diagnose der Syphilis schwer, da sich die durch HIV ausgelösten Symptome kaum von einer weit fortgeschrittenen Syphilis unterscheiden.
 
 

Behandlung

Syphilis wird grundsätzlich mit Penicillin behandelt, wobei die Dauer der Therapie sich danach richtet, wie lange die Erkrankung schon besteht. In den ersten beiden Stadien der Syphilis wird zwei Wochen mit dem Medikament therapiert. In den weiteren Stadien muss drei Wochen auf diese Weise behandelt werden. Auftretende Grippesymptome als Folge dieser Behandlung sind keine Seltenheit.

Es ist wichtig, dass sich die Geschlechtspartner des Erkrankten ebenfalls untersuchen und behandeln lassen. Gab es noch weitere sexuelle Partner, sind diese ebenfalls zu informieren, damit sie sich gegebenenfalls einer Therapie unterziehen können. Nur so werden ernsthafte Beeinträchtigungen vermieden.

Eine unbehandelte Syphilis kann noch Jahrzehnte nach der Ansteckung zu schweren Schäden wie Hirnerweichung und Verflüssigung des Hirngewebes führen.
 
 

Komplikationen

Leider werden viele Menschen mit Syphilis nicht ausreichend behandelt. Dies hat mehrere Gründe: Da die frühen Symptome der Erkrankung meist harmlos oder irreführend sind, oder von alleine verschwinden, wird oft kein Arzt aufgesucht. Nicht selten wird die Behandlung zu früh abgebrochen, weil der Patient denkt, die Krankheit sei zusammen mit den Symptomen verschwunden.

Eine unbehandelte Syphilisinfektion erhöht das Risiko einer Ansteckung mit dem HIV-Virus erheblich. Ohne Behandlung oder bei Unterdosierung der Antibiotika, führt sie oft zu einer chronischen Verlaufsform und nach einigen Jahren zum Tod.
 
 

Prävention

Die sicherste Prävention der sexuell übertragbaren Syphilis ist ein ausreichender Schutz beim Geschlechtsverkehr. Dies gilt besonders bei ständig wechselnden Partnern. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sind Kondome das beste Mittel.

Drogenabhängige sind durch gemeinsames Benutzen von Spritzen sehr gefährdet. Um einen Schutz vor Syphilis zu erreichen, ist dieses grundsätzlich zu vermeiden.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Wenn Sie sich bereits angesteckt haben, ist das Benutzen von Kondomen beim Geschlechtsverkehr unumgänglich.

Haben Sie bereits eine Therapie mit Penicillin begonnen, ist es wichtig die Einnahme des Medikaments strikt einzuhalten.