schwarzer Hautkrebs (Melanom)

Was ist Schwarzer Hautkrebs?

Unter schwarzem Hautkrebs, in der Fachsprache malignes Melanom genannt, wird ein bösartiger Hauttumor verstanden. Bei dieser Erkrankung siedeln sich besonders häufig früh Metastasen in anderen Organen an.

In Deutschland sterben jährlich rund 2000 Menschen an dieser Form des Hautkrebses. Die Anzahl der Neuerkrankungen nimmt zwar stetig zu, jedoch sind andere Krebsarten wie Lungen-, Brust- oder auch Darmkrebs weit verbreiteter. Ungefähr jeder 100. Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an dem malignen Melanom.

In Australien oder Neuseeland (Länder mit einer großen Sonneneinstrahlung) tritt Hautkrebs häufig auf. Bei Frauen ist eine deutliche Zunahme festzustellen. Das maligne Melanom entsteht bevorzugt an Rücken, Bauch und den Gliedmaßen. In machen, jedoch sehr seltenen Fällen, entwickelt er sich an ungewöhnlichen Stellen wie unterhalb eines Nagels, in den Zwischenräumen der Zehen oder auch an den Schleimhäuten.

Melanome lassen sich der äußeren Erscheinung nach in vier Typen unterscheiden. Dazu gehören das oberflächlich spreitende, das knotige, das Lentigo-maligna-Melanom sowie das akral-lentigenöse Melanom:
  • Eine der häufigsten Melanomarten ist das oberflächlich spreitende Melanom, welches über längere Zeit an der Hautoberfläche flache unregelmäßige Flecken mit unterschiedlicher Färbung von Schwarz bis Weiß bildet. Nach einigen Jahren kann es eine knotige Form annehmen.
  • Ein knotiges Melanom äußert sich bei 15 Prozent der Patienten. Äußerlich ist eine halbkugelige Wölbung über das Hautniveau hinaus von graubrauner bis rötlich-blauschwarzer Farbe zu erkennen.
  • Ungefähr fünf Prozent der Patienten leiden unter dem Lentigo-Maligna-Melanom, von dem besonders ältere Menschen im Gesicht befallen werden. Die Farbe der erst flachen und später knotigen Melanome wird als braun und gelegentlich schwarz empfunden.
  • Von dem akral-lentigenösen Melanom sind etwa sieben Prozent der Patienten befallen. Es äußert sich bevorzugt an den Fuß- und Handflächen oder im Nagelbereich. Die braunen bis braunschwarzen Flecken neigen nach einer Weile zum Nässen und Bluten.

Es ist erwiesen, dass das Melanomrisiko zwischen 1935 und 1995 auf das Fünfzehnfache angestiegen ist.

 
 

Symptome

Die Erscheinungsformen des schwarzen Hautkrebses sind zum Teil äußerst verschieden. Er lässt sich jedoch in zwei Formen unterteilen: Die sich überwiegend oberflächlich ausbreitende und die sich vertikal ausdehnende, knotige Form des Hautkrebses.

Die Krankheit entsteht in mehreren Phasen. Zunächst bildet sich ein kleines, meist bräunlich-schwarzes Mal auf der Haut. Dieses nimmt mit der Zeit an Größe zu und verändert die Oberfläche in eine rötlich-schwarze Form. Nach einer Weile kann diese Oberfläche unregelmäßig und höckerig erscheinen. Dabei ist die Umrandung des Males meist unscharf und fransig.

Bei Verletzungen an der Stelle, an der sich der schwarze Hautkrebs befindet, kann dieser leicht anfangen zu bluten.

Einige Regeln sind zu beachten, mit denen verdächtige Anzeichen untersucht werden können. Dazu gehören die fünf ersten Buchstaben des Alphabetes A, B, C, D und E:
A steht für Asymmetrie, denn was völlig rund ist, ist fast nie von bösartiger Natur.
B steht für Begrenzung, denn was unscharf oder fransig begrenzt ist, ist immer verdächtig.
C steht für Colorierung, denn schwarze oder auch verschiedene Farbtöne sind seltsam.
D steht für den Durchmesser, denn was größer als 0,5 Zentimeter ist, ist suspekt.
E steht für Erhabenheit, denn eine höckerige Oberfläche ist typisch.


Treffen vier der fünf genannten Punkte zu, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein schwarzes Melanom.

 
 

Ursachen

Das Hauptentstehungsrisiko des schwarzen Hautkrebses liegt in einer zu intensiven Sonnenbestrahlung. Eine ausgeprägte Sonneneinwirkung während der Kindheit und Jugendzeit ist dabei ausschlaggebend.

Vor allem Menschen mit einer hellen Haut und dabei besonders rothaarige Personen sind gefährdet. Auch Menschen mit sehr vielen Muttermalen entwickeln häufiger als andere einen schwarzen Hautkrebs. Eine Anzahl von 50 Muttermalen, die sich am Körper verteilt befinden, gilt als hoch.

Auch eine erbliche Veranlagung kann bestehen, was ein vermehrtes Auftreten von Melanomen in Familien zeigt.

Bei etwa der Hälfte der Fälle entsteht der schwarze Hautkrebs auf normaler Haut, bei einem Drittel aus einem bereits bestehenden Muttermal und bei den restlichen Patienten entsteht die gefürchtete Krankheit aus einem behaarten Muttermal.

Obwohl die oben genannten Faktoren zur Entwicklung des schwarzen Hautkrebses geläufig sind, ist der Entstehungsmechanismus nicht genau bekannt. Es ist jedoch erwiesen, dass der schwarze Hautkrebs von den Pigmentzellen der Oberhaut, den so genannten Melanozyten, ausgeht. Diese Zellen beginnen zu entarten und zu wuchern.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Lediglich ein Hautarzt kann durch seinen Ausbildungsstand Pigmentmerkmale untersuchen und über das weitere Vorgehen entscheiden. Es sind umfassende Kenntnisse erforderlich, um nach dem Erkennen eines Melanoms diagnostische und therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Ein Hautarzt ist nicht nur der richtige Ansprechpartner, weil er beratend tätig ist und einen Teil der Nachsorgeuntersuchungen durchführen kann, sondern auch, weil er die Unterbringung in eine spezielle Klinik (falls erforderlich), einleiten kann.

Grundsätzlich sollten sich Risikopersonen einmal jährlich von einem Hautarzt untersuchen lassen, da nur bei frühzeitiger Diagnose und Therapie des schwarzen Hautkrebses ein gutes Ergebnis erreicht werden kann.
 
 

Diagnose

Zur Diagnosestellung des Hautkrebses ist eine möglichst frühzeitige Erkennung wichtig. Für die Unterscheidung der Hautmerkmale wird in den meisten Fällen die ABCDE-Regel verwendet, bei der die Hautveränderungen nach Asymmetrie, Begrenzung, Colorierung, Durchmesser und Erhabenheit unterschieden werden.

Der Arzt unterscheidet das Melanom in drei Stadien. Im ersten Stadium stehen die Chancen der Patienten noch günstig. Da keine Lymphknoten betroffen sind, kommt es auch nicht zu Fernmetastasen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden auch die Lymphknoten befallen, was eine Metastasierung wahrscheinlich macht. Im dritten und letzten Stadium der Erkrankung entstehen tatsächlich auch Fernmetastasen.

Um die Ausweitung der Tumorerkrankung zu erkennen, muss der Arzt den ganzen Körper des Patienten umfassend untersuchen. Dazu dienen das Röntgen, die Sonographie oder auch die Computertomographie, bei denen ein Befall der Organe oder Lymphknoten festgestellt werden kann.
 
 

Behandlung

Wurde mit ausreichender Sicherheit ein schwarzer Hautkrebs diagnostiziert, wird er in jedem Fall mit ungefähr 0,5 Zentimetern Abstand zur gesunden Umgebung hin herausgeschnitten. Wenn bei einer vielleicht vorangegangenen Ultraschalluntesuchung des Tumors eine Ausdehnung in die Tiefe von einem Durchmesser von über einem Millimeter festgestellt wurde, wird der Abstand des Herausschneidens bis zu drei Zentimetern zu allen Seiten ausgedehnt. Auch wenn die Tiefenausdehnung des Tumors erst nach der Operation feingeweblich festgestellt wurde, muss sie operativ entfernt werden. Nach der Entfernung wird die Haut unter dem Mikroskop untersucht (Histologie).

Wenn das maligne Melanom schon sehr weit fortgeschritten ist, wird während der Operation entschieden, ob die benachbarten Lymphknoten auch entfernt werden müssen. Hat sich ein Lymphknotenbefall bemerkbar gemacht, werden diese auf jeden Fall gleich mit entfernt.

Auch die Gabe von Medikamenten ist seit neuestem möglich. Sie wirken, indem sie das Immunsystem beeinflussen.

Weiterhin existiert eine spezielle Impfung zur Stimulierung des Immunsystems des Patienten. Zunächst werden körpereigene Tumorzellen entnommen und einer speziellen Behandlung unterzogen, bevor sie dem Patienten wieder zugeführt werden.

Wenn sich der Krebs bereits in einem späten Stadium befindet und sich schon Metastasen gebildet haben, ist der nächste Behandlungsschritt eine Chemotherapie.
 
 

Komplikationen

Wenn die Ausdehnung des Tumors in der Haut größer als ein Millimeter ist oder das Tumorwachstum bereits stark in die Lederhaut (die zweite der drei Hautschichten) gewachsen ist, stehen die Chancen einer Heilung für den Patienten schlecht.

Auch wenn die Metastasen bereits benachbarte Lymphknoten befallen haben, sind die Heilungsmöglichkeiten für den Patienten häufig limitiert.

Haben sich Metastasen in der Lunge, der Leber oder dem Gehirn gebildet, stehen die Prognosen äußerst schlecht für den Krebspatienten.
 
 

Prävention

Die wichtigste Methode um dem schwarzen Hautkrebs vorzubeugen, ist ein ausreichender Schutz vor UV-Strahlung. Er gilt besonders für Kinder. Es ist wichtig, die Eigenschaften von ultraviolettem (UV) Licht (UV-A, UV-B und UV-C) zu kennen, um einer potenziellen Gefährdung der Haut aus dem Weg zu gehen.

Bei der Vorbeugung des schwarzen Hautkrebses sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen einmal pro Jahr bei einem Hautarzt notwendig, um einer bösartigen Umwandlung von Muttermalen entgegenzuwirken.

Auch Selbstuntersuchungen sind sinnvoll. Diese sollten nach den bereits erwähnten ABCDE-Regeln vorgenommen werden. Eltern oder Lebenspartner können dabei helfen. Eine Untersuchung der Fußflächen, des Rückens und der Kopfhaut darf dabei nicht ausgelassen werden.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Wenn Sie unter Hautkrebs leiden, ist eine anschließende Behandlung sehr wichtig. Es ist ratsam, die Krebsnachsorge wahrzunehmen und regelmäßig zu Ihren Kontrollnachuntersuchungen zu gehen. Das schnelle Erkennen eines Wiederauftretens Ihres alten Tumors hilft Ihnen bei den optimalen Heilungschancen.

Es ist angebracht, Ihre Haut mit pflegenden Sonnencremes zu schützen. Dies sollte sowohl im UV-A als auch im UV-B Bereich passieren. Auch entsprechend bedeckende Kleidung ist notwendig, wenn es darum geht, Ihre Haut ausreichend zu schützen.

Meiden Sie die starke Sonne in der Mittagszeit. Dies ist besonders für die zarte Kinderhaut angebracht.

Haben Sie nachweislich eine hohe Anzahl von Muttermalen auf der Haut, sind regelmäßige Kontrollen von einem Hautarzt wichtig. Er sollte ebenfalls konsultiert werden, wenn ein neu aufgetretenes Mal seltsam verändert scheint, schnell wächst oder zu Blutungen neigt.

In einem frühen Stadium ist der Hautkrebs noch heilbar, daher sollten Sie nicht zögern, sich in Behandlung zu begeben.