Scheidenpilzinfektion

Was ist eine Scheidenpilzinfektion?

Die häufigsten Auslöser einer Scheidenpilzinfektion, in der Fachsprache Vaginalmykose genannt, sind Hefepilze. Diese sind meist nur in geringer Anzahl nachweisbar, können sich jedoch unter bestimmten Umständen vermehren.

Grundsätzlich gehören Pilzerkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane der Frau, zu den häufigsten Infektionen der Genitalien. So lange in der Scheide, die nie völlig keimfrei ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Pilzen und Bakterien besteht, machen sich auch keine Krankheitszeichen bemerkbar.

Das Scheidenmilieu ist stark von der hormonellen Situation der Frau abhängig. Es ändert sich daher nicht nur innerhalb eines Monatszyklus, sondern im Laufe des ganzen Lebens.
Im Scheidenmilieu einer gesunden Frau befinden sich hauptsächlich Milchsäurebakterien, welche sich aus den in den Scheidenzellen befindlichen Zuckerstoffen bilden. Durch diesen Vorgang entsteht ein so genannter saurer ph-Wert, der die Entstehung von Pilzen und Bakterien verhindert.

Erwiesenermaßen sind etwa 75 Prozent der Frauen einmal im Leben von einer Scheidenpilz-infektion betroffen.
 
 

Symptome

Der Hefepilz „Candida albicans“ ist bei ungefähr 80 Prozent aller Scheidenpilzinfektionen der auslösende Faktor. Es gibt verschiedene Untergruppen dieses Pilzes, allerdings haben alle gemeinsam, dass sie bei einer Körpertemperatur von 37 Grad Celsius am schnellsten entstehen.

Zu den Beschwerden, die diese Pilze an den äußeren Genitalien hervorrufen, gehören ein ausgeprägter Juckreiz, Brennen, Rötung, Schwellung sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Direkt in der Scheide sind oftmals Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu spüren.

Außerdem leiden die Betroffenen unter einem grauweißlich-bröckeligem Ausfluss (Fluor), der die Scheidenwände belegt. Wird dieser entfernt, kommt eine gerötete (Vulvovaginitis) und häufig leicht blutende Scheidenschleimhaut zum Vorschein.

Sind Männer von dieser Erkrankung befallen, leiden sie unter einer entzündeten Eichel und Vorhaut (Balanitis) sowie meist unter brennenden Schmerzen.
 
 

Ursachen

Häufig ist der Pilz bereits in der Scheide vorhanden, jedoch wird das Wachstum von dem umgebenden Milieu gehemmt. Zu einer Vermehrung der Pilze kommt es nur, wenn das Gleichgewicht der Scheide gestört ist.

Als Pilzquelle dienen der Mund, der Magen und vor allem der Enddarm. Auch bestimmte sexuelle Praktiken wie Analverkehr unterstützen das Wachstum. Weitere Auslöser können gemeinsam benutze Toilettenartikel, Wäsche und Handtücher sowie öffentliche Bäder sein.

Leidet der Patient unter einer geschwächten Körperabwehr, ist das Gleichgewicht der Scheide häufig gestört. Antibiotika zum Beispiel können die Scheidenkeime beeinträchtigen und dadurch das Milieu verändern. Auch Krankheiten wie Diabetes begünstigen derartige Infektionen.

Da die Zusammensetzug des Scheidensekrets sich in Abhängigkeit zu den Hormonen verändert, führen hormonelle Veränderungen oftmals zu einer vermehrten Pilzbildung. Häufig macht sich die Erkrankung während einer Schwangerschaft bemerkbar.

Auch Pillenpräparate mit einer hohen Hormonkonzentration führen zu Vaginalmykosen. Heutzutage wirken sich diese Präparate jedoch nicht mehr so stark auf das Scheidenmilieu aus, da sie niedriger dosiert sind.

Eine weitere Rolle spielt übertriebene Körperhygiene. Sie kann dazu führen, dass Bakterien entfernt werden, die normalerweise ein Pilzwachstum verhindern. Enge Kleidung ist ebenfalls nicht empfehlenswert, da sich Pilze in warmer und feuchter Umgebung am besten vermehren.
 
 

Wann iste ein Arzt aufzusuchen?

Auch wenn Sie die Symptome (Juckreiz, Brennen, Ausfluss) bereits von früheren Infektionen zu kennen glauben, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Nicht immer verbirgt sich eine Pilzinfektion hinter diesen Anzeichen.

Auf jeden Fall ist ein Arztbesuch bei häufig wiederkehrenden Symptomen oder bei Fieber und Schmerzen im Unterbauch sinnvoll.
 
 

Diagnose

Der Haut- oder Frauenarzt erstellt die Diagnose nach einer ausführlichen Befragung, einer körperlichen Untersuchung und einer mikroskopischen Analyse von Scheidensekret oder Scheidenschleimhaut des Patienten.

In einigen Fällen ist es nötig, eine Pilzkultur anzulegen. Dazu wird ein Scheidenabstrich auf einen Nährboden aufgebracht, auf dem die Pilze wachsen und nach etwa drei Wochen identifiziert werden können.
 
 

Behandlung

Bei einer Scheidenpilzinfektion stehen mehrere Medikamente zur Verfügung, die lokal aufgetragen oder direkt in die Scheide eingeführt werden (Antimykotika). Dazu gehören Zäpfchen, Scheidentabletten oder Cremes die Antipilzmittel enthalten. Eine derartige Therapie ist in der Regel nach fünf bis sieben Tagen erfolgreich.

Auch eine Behandlung in Form einer oralen Einnahme von Tabletten kann sinnvoll sein, was jedoch während einer Schwangerschaft nicht erlaubt ist.

Prinzipiell sollte eine medikamentöse Therapie nur gemäß dem Beipackzettel oder nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Während der Anwendungszeit sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Für die Zeit danach ist der Gebrauch von Kondomen empfehlenswert.
 
 

Komplikationen

Eine lebensgefährliche Komplikation stellt eine Pilzinfektion für Menschen mit einer Immunschwäche dar. Ihr Abwehrsystem kann sich nicht gegen die Erreger wehren, welche sich dadurch ungehindert vermehren können.
 
 

Prävention

Beim Auftreten erster Krankheitsanzeichen hat es sich bewährt, die Scheide vorübergehend „trocken“ zu halten. Dies kann durch das Einführen eines Tampons erfolgen, wodurch sich gute Erfolge erzielen lassen. Dieses Vorgehen stoppt die Ausbreitung der Erkrankung, da sich Pilzerreger vorwiegend in Feuchtigkeit vermehren.

Grundsätzlich ist es ratsam, beim Geschlechtsverkehr Kondome zu verwenden, um einer Pilzübertragung entgegenzuwirken.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Es kann immer wieder zu Pilzinfektionen kommen, was ein Zeichen dafür ist, dass das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht geraten ist. In diesem Fall ist eine erneute Behandlung mit Antipilzmitteln notwendig.

Es ist wichtig, dass Sie auf enge und synthetische Kleidung verzichten. Bei sehr anfälligen Frauen können sogar Tampons eine Pilzinfektion hervorrufen. Zusätzlich ist es angebracht, keine Slipeinlagen mit Kunststoffbeschichtung zu tragen, weil diese in den meisten Fällen zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau führen.

Da eine übertriebene Hygiene im Genitalbereich ebenfalls zu Infektionen führt, ist anstatt normaler Seife ein möglichst ph-neutrales Produkt zu verwenden.

Bei einer bestehenden Infektion kann eine zuckerarme Ernährungsweise zu einer Linderung der Beschwerden führen. Auch auf das tägliche Wechseln von Wäsche und Handtüchern ist in dieser Zeit besonders Wert zu legen. Zusätzlich können Sie sich ein Pilzsporen abtötendes
Waschmittel in Apotheken besorgen.

Bei der Toilettenhygiene sollten Sie darauf achten, immer von vorne nach hinten und niemals umgekehrt zu wischen.

Beim Geschlechtsverkehr bieten sich Kondome zum Schutz vor einer erneuten Infektion an.